Ensemble New Babylon

Events

Microtones

  • Datum: 28/03/2016
  • Zeit: 20:00
  • Adresse: Osterdeich 70 A, 28205 Bremen
  • Ort: Cappella della Musica Bremen

Konzertprogramm

Giacinto Scelsi (1905-1988): L âme aillée (1973) für Violine solo

Manfred Stahnke (*1951): Cantus infirmus (2011) für Klavier und Keybord im Vierteltonabstand

Georg Friedrich Haas (*1953): Nach- Ruf… ent-gleitend… (1999) für Flöte, Oboe, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello

Julia Werntz: Flying, Nesting, and Calling (2016, world premiere) für Flöte, Oboe, Klarinette, Klavier, Violine, Viola, Violoncello

Andreas Paparousos (*1975): 5 • 1 (2016, world premiere) für Oboe, Klarinette, Violine, Viola, Schlagzeug

 

Dirigent: Lorenzo Ferrándiz (Spanien)

Eintritt frei. Bezahl was Du willst.

Dieses Projekt wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Senator für Kultur Bremen, der Thörl Stiftung Hamburg, der Martha Pulvermacher Stiftung, der Helene Müller-Daudert Stiftung und der NORDAKADEMIE Graduate School.

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Dieses Konzert setzt sich gezielt mit den wichtigsten Tendenzen der Thematik Mikrotonalität auseinander. Das Publikum bekommt einen Zugang zu einer Musik, die jenseits der 12 gleich temperierten Töne in der Oktave liegt und von unseren Hörgewohnheiten abweicht.
Die Praxis von Mikrotonalität ist selbstverständlich viel älter als die Durchsetzung der Gleichtemperierung der Oktave. Die außereuropäische Musiktradition ist reich an Beispielen, bei denen Mikrotöne die grundlegende Einheit ist, statt des Halbtons. So sind z. B. in der altgriechischen Musik die Vierteltöne mehr in Gebrauch, in der byzantinischen und allgemein in der arabischen Musik sind die Dritteltöne Bausteine der Melodik und in der indischen Tradition ist die Oktave in mehrere (bis zu 66) Shrutis geteilt. Die westliche Musikkultur hat mit der Unterteilung der Oktave in 12 gleichgroße Tonschritte ein Hilfsmittel gebaut, das ein in sich stimmiges und vielseitig verwendbares System hervorgebracht hat, die Tonalität, was aber zugleich eine Begrenzung des Tonmaterials ist.

In diesem Programm werden Werke von Manfred Stahnke, Georg Friedrich Haas, Giacinto Scelsi sowie Weltpremieren der Amerikanerin Julia Werntz und des griechischen Komponisten Andreas Paparrousos aufgeführt, die das Ensemble New Babylon in Auftrag gegeben hat. Somit ergibt sich ein Programm, das die verschiedensten Kompositionsweisen der Mikrotonalität aufzeigt: ein auf Partialtönen basiertes Stück, abgeleitet aus der spektralen Tradition (G. F. Haas), die Betrachtung der Mikrotöne als Oszillation um einen zentralen Ton mit Einflüssen der fernöstlichen mikrotonalen Tradition (Scelsi), die Idee eines Klaviers in Viertelton-Stimmung (Stahnke), die Mikromelodik mit der feinen Unterteilung der Oktave in bis zu 72 Tonschritten (Werntz) und die altgriechische, musiktheoretische Behandlung der Mikrotöne (Paparrousos).
Das Konzert beinhaltet auch eine Podiumsdiskussion mit den drei Komponisten Andreas Paparrousos, Julia Werntz und Manfred Stahnke, bei der der Begriff von Mikrotonalität für das Publikum erklärt und konkret mit Beispielen aus ihren Stücken dargestellt wird.