Sarah Nemtsov: Poker, Roulette -16.02.2020- Sendesaal Bremen

16 Feb 2020 Bremen

Details

Zeit : 19:00
Treffpunkt : Sendesaal Bremen

EIN STÜCK – EIN KONZERT

Neue Musik im Sendesaal Bremen – Immer sonntags 19:00 Uhr

KONZERT I – 16. Februar 2020
Sarah Nemtsov (*1980): Poker, Roulette (2012)
Musik in 52 Spielkarten für 5 Schlagzeuger*innen

Schlagzeug: Hsin Lee, Johannes von Buttlar, Tobias Hamann, Benjamin Fischer, Isabelle Raphaelis

Konzert II am 26.04.2020: Morton Feldman (1926 – 1987): Piano and String Quartet (1985)
Konzert III am 30.08.2020: Hans Werner Henze (1926 – 2012): El Cimarrón (1970) für Bariton, Flöte, Schlagwerk und Gitarre
Konzert IV am 08.11.2020: Jennifer Walshe (*1974) & Brian Irvine (*1965): 13 Vices (2015) für Streichtrio, Improvisateur*innen, Stimme und Dirigent*in

Abopreis für alle vier Konzerte: 45 € / erm. 20 €
Einzelticket pro Konzert: 15 € / erm. 8 € / 3 € (Bremen-Pass)

Karten unter: www.sendesaal-bremen.de

Die Komposition „Poker, Roulette“ spielt mit der Grenze zwischen Konzert und Musiktheater. Inhaltlich verarbeitet Nemtsov in diesem Werk die Thematik Spielsucht und Spieltrieb. Loops und fehlerhafte Wiederholungen spielen eine große Rolle – und sind durchaus als Chiffre für Spielsucht, Zwanghaftigkeit, Obsession aufzufassen. Demgegenüber steht die Offenheit, das kindlich Spielhafte (der positive Spieltrieb sozusagen), Phantasie, Kreativität und Freiheit. Das Schlagzeuginstrumentarium beherbergt sowohl klassische Instrumente wie Timbales, Tamtam oder Gong, aber auch ungewöhnlichere wie Metalltrommel, Metallstücke oder Streetdrums, außerdem Gegenstände aus dem Kasino-Umfeld: Roulette-Teller, Jetons, Würfelbecher etc.

“Wildwuchernde Inspiration” – so beschrieb der Deutschlandfunk die Arbeitsweise Sarah Nemtsovs. Ihr Werkverzeichnis mit nahezu 100 Kompositionen umfasst verschiedenste Gattungen. In ihrer eigenwilligen Musiksprache verbindet sie unterschiedliche Einflüsse, von Renaissance- und Barockmusik bis hin zu Jazz und Rock. Die Intensität ihrer Musik entsteht dabei auch durch die Bezugnahme auf außermusikalische Inhalte. Dazu zählen politische und gesellschaftliche Fragestellungen ebenso wie zwischenmenschliche Konstellationen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ihrer Musik ist das Ausloten der Grenze zwischen Konzert und Musiktheater, so etwa im inszenierten Ensemble-Zyklus „A LONG WAY AWAY. Passagen“ (2010-2011) oder „Poker, Roulette“. Gleichzeitigkeit, Schichtungen und chaotische Formen von Kammermusik beschäftigen sie u. a. in ihrem „Briefe-“ oder „Zimmer-“ Zyklus (2012-2014), sowie in ihren neuesten Kompositionen, in denen auch der Elektronik eine große Bedeutung zukommt.
Sarah Nemtsov studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann. Außerdem absolvierte sie ein Oboen-Studium bei Klaus Becker und Burkhard Glaetzner. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter 2012 den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA und 2013 den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin sowie Stipendien der Villa Serpentara/Italien und der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2016 gewann sie den internationalen RicordiLAB Kompositionswettbewerb, 2018 den Oldenburger Kompositionspreis. 2014 war sie Gastdozentin für Komposition (Schwerpunkt Musiktheater) an der Musikhochschule Köln. Im Sommersemester 2018 lehrte sie Komposition im Rahmen einer DAAD-Dozentur an der University of Haifa, Israel.

Nemtsovs Werke werden bei international renommierten Festivals aufgeführt, wie den Donaueschinger Musiktagen (2011 und 2018), den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt (2014 und 2018), der Münchener Biennale (2012), dem Straßburger Festival Musica, ECLAT, Ultraschall Berlin, MaerzMusik, Holland Festival, den Bregenzer Festspielen, der Klangwerkstatt Berlin, Wien modern, Klangspuren Schwaz, Israel Festival, dem SPOR Festival oder KlANG in Dänemark, FRUM Island oder dem ISCM World New Music Festival.

Die Aboreihe „Ein Stück – ein Konzert“ wird gefördert von:
Musikfonds e.V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Ernst von Siemens Musikstiftung
Senator für Kultur Bremen
klangpol – Netzwerk Neue Musik Nordwest
Waldemar Koch Stiftung
– Sparkasse Bremen